Der Gründer des französischen Front National Jean-Marie Le Pen betrat letzte Woche letztmalig die politische Bühne des Europäischen Parlaments. In der nächsten Legislaturperiode wird Le Pen nicht mehr dem Parlament angehören. Der nun 90jährige gründete 1972 den Front National, war lange Zeit dessen Vorsitzender und seit 1984 Abgeordneter im EU-Parlament.

Fehde mit Tochter verhindert weitere Kandidatur

Wie er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP in einem Interview äußerte, wäre er gerne noch für eine weitere Legislaturperiode ins Parlament eingezogen, jedoch stehen innerparteiliche und familiäre Fehden dem entgegen. Das Zepter des Front National musste er bereits vor einiger Zeit an seine Tochter, Marine Le Pen, abgeben. Daraufhin wurde von Marine Le Pen ein Reformkurs eingeschlagen, der u.a. eine israelfreundliche Gangart beinhaltet. Diese Fehden gingen soweit, dass seine Tochter ihren Vater dann aus der Partei ausschloss und den Front National in Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung) umbenannte, um sich vom alten Front National klar abzugrenzen. Ihr Ziel sei eine „Entteufelung“ der Partei und eine Annäherung an gemäßigtere Wählerschichten.

In der Haltung unbeugsam

Jean-Marie Le Pen wollte diesen Kurs nie für seine Partei, denn er war und ist ein Unbeugsamer. Etliche politische Verfahren konnten seiner Haltung keinen Abbruch tun. In einem letzten Interview, das er im Europäischem Parlament gab, empfahl er, seinen langjährigen Kollegen und politischen Mitstreiter Udo Voigt (MdEP) am 26. Mai 2019 zur Europawahl die Stimme zu geben. Abschließend zog er ein Resümee seiner politischen Tätigkeit:

„Ich bereue nichts, ich bedaure nichts.“

Verabschiedung mit Häme

Zum politischen Abtritt Le Pens äußerten sich auch andere Parlamentsabgeordnete in den sozialen Medien. Beispielsweise kolportierte der ebenfalls fraktionslose Abgeordnete Martin Sonneborn (Die Partei) hämisch, dass er das „Rasseln und Röcheln“ seines „antisemitisch und rassistischen Kollegen“ Jean-Marie Le Pen vermissen werde.

Screenshot Twitter: Martin Sonneborn @MartinSonneborn

Auch der ZDF-Korrespondent Stefan Leifert konnte sich mit seiner Häme gegenüber Le Pen nicht zurückhalten und nannte Le Pen einen „Holocaust-Leugner, EU-Gegner und mehrfach verurteilte(n) Hetzer…“.

Screenshot Twitter: Stefan Leifert @StefanLeifert

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