Gustav Kasselstrand, Frontmann der Alternative für Schweden und AfS-Spitzenkandidat für die Europawahl, über die EU und eine verstärkte Zusammenarbeit in Skandinavien

„Vill du också att Sverige ska lämna EU?“ – „Willst auch du, daß Schweden die EU verlassen soll?“ Die 2018 gegründete Alternative für Schweden (Alternativ för Sverige) startete kürzlich eine Internet-Kampagne als Bestandteil eines intensiv geführten Europa-Wahlkampfes. Frontmann der AfS ist mit 31 Lenzen ein junger Aktivist, der schon vom Äußeren her Dynamik und Optimismus ausstrahlt: Gustav Kasselstrand, 1987 in Valdemarsvik in Östergötland geboren und heute in Stockholm wohnhaft. Seinen Wehrdienst absolvierte er in einer Kompanie der Livgarde, einem aus Infanterie und Kavallerie bestehenden Regiment in Kungsängen in der Gemeinde Upplands-Bro, ehe Kasselstrand dann an der Handelshochschule in Göteborg Nationalökonomie und Deutsch studierte. Nach dem Examen arbeitete er für den Reichstag, sodann als Sprachlehrer für Unternehmen und den öffentlichen Sektor. Zudem war Gustav Kasselstrand mit verschiedenen Projekten des Wirtschaftslebens befaßt. Heute arbeitet er als selbständiger Unternehmer mit dem Schwerpunkt Geschäftsentwicklung für Unternehmenskunden. Abgesehen vom Englischen spricht er fließendes Deutsch und verfügt auch über grundlegende Finnisch-Kenntnisse.

Reichtum: Vielfalt der Völker, Sprachen und Kulturen

Den maßgeblichen Reichtum des europäischen Kontinents erblickt Kasselstrand in der Vielfalt der Länder, Sprachen und Kulturen. Insofern ist es für ihn schmerzhaft zu sehen, wie die EU die Völker Europas in einer Zwangsjacke gefangenhält und sie mit Blick auf ihre Integrität beschneidet. Das zeige sich nicht zuletzt am Beispiel der „gemeinsamen Asylpolitik“ mit ihren an Irrsinn grenzenden Versuchen, Länder zur Aufnahme von Migranten zwingen zu wollen. Insofern stelle sich die Frage, wie der Zusammenhalt Europas gestärkt werden solle, wenn Brüssel Ländern wie Polen oder Ungarn mit Zwangsgeldern droht, weil diese sich der „Flüchtlings“-Quoten-Zuweisung standhaft widersetzen. Die derzeitige EU-Politik ist aus Kasselstrands Sicht eher dazu geeignet, die Reibungen zwischen den Ländern zu verstärken.

Auch geht Kasselstrand immer wieder auf die internationale Kriminalität ein: Sie müsse als Begründung für eine Notwendigkeit der EU herhalten. Doch erst die von Brüssel aufoktroyierte „Personen-Freizügigkeit“ habe kriminellen Banden Tür und Tor geöffnet.

Alternative: Nordische Zusammenarbeit

Doch welche Alternative sieht der Frontmann der AfS speziell für sein Land? Auf der Netzseite der Partei und in unzähligen Bürgergesprächen nimmt er auch dazu Stellung. Hierbei favorisiert er „die nordische Zusammenarbeit, die ein enormes Potential für Schweden“ berge. Doch leider sei diese Kooperation „zum Vorteil der aufgezwungenen Zusammenarbeit mit der EU vernachlässigt worden“. Der Nordische Rat, 1952 auf Initiative Dänemarks als Forum der nordischen Länder gegründet, „ist dadurch zu einem Debattierklub ohne Einfluß degradiert worden“. Das empfindet Kasselstrand als „Schmach, ist doch die nordische Zusammenarbeit im Gegensatz zur mißratenen EU eine Erfolgsgeschichte“. Insofern plädiert Kasselstrand für eine Schwerpunktverlagerung der internationalen Zusammenarbeit: weg von Brüssel hin zu einer Kooperation auf Augenhöhe zwischen Ländern mit ähnlichen Voraussetzungen.

Der Vorstand der AFS

Dabei dürfe der zweite Schritt nicht vor dem ersten gemacht werden. Deshalb muß aus Sicht der Alternative für Schweden erst der EU-Austritt erfolgen, bevor die Zusammenarbeit mit Dänemark, Finnland, Island und Nordwegen neubelebt werden kann.

Mit Blick auf das XXL-Monstrum EU sieht Kasselstrand eine zunehmende Diskrepanz zwischen Volk und Politik: „Es gibt Millionen von Schweden, die wollen, daß ihr Land aus der EU austreten soll. Trotzdem gibt es nicht eine einzige Partei im Reichstag – sowie nicht einen schwedischen EU-Parlamentarier -, der sie repräsentiert. Daran wird deutlich, welch abgrundtiefe Kluft zwischen dem schwedischen Volk und den Politikern besteht.“ Für sein Land fordert Kasselstrand eine Volksabstimmung nach dem Vorbild des Brexit, also einen Swexit. Den Brexit bewertet er zu einem guten Teil als „das Resultat der im Europaparlament betriebenen meinungsbildenden Arbeit des Abgeordneten Nigel Farage von der UKIP“. Sollte er am 26. Mai die nötige Zahl von Stimmen erhalten, könnten sich die Wählerinnen und Wähler darauf verlassen, „daß ich allzeit die Interessen Schwedens und des schwedischen Volkes gegen die entstehenden Monsterstaaten vertreten werde“.

Teilen Sie diesen Artikel!

Um auch weiterhin erfolgreich arbeiten zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung!

1. Abonnieren Sie unseren Rundbrief!

2. Unterstützen Sie uns mit ihrer Spende!

3. Bestellen Sie in unserem ETN-Shop!

4. Folgen Sie uns in den sozialen Netzwerken:

Facebook - Twitter - Instagram - YouTube